The Given and the Made

The Given and the Made
27.11.2015–03.01.2016

Der Kunstverein Freiburg freut sich, seinen diesjährigen Regionale-Beitrag mit dem Titel The Given and the Made anzukündigen. In der Gruppenausstellung werden Werke von 15 Künstlerinnen und Künstlern aus Freiburg, Karlsruhe, Basel und Straßburg präsentiert. The Given and the Made stellt die Frage danach, warum von Künstlerhand geschaffene Werke (made) erscheinen, als seien sie Bestandteile (given) der Welt funktionaler Objekte. Was könnte die Motivation dafür sein, Kunstwerken ein „nur“ funktionales Erscheinungsbild zu geben? Im Wort made deutet sich zudem das Readymade an. Doch während die Fundobjekte von Marcel Duchamp ursprünglich der Massenproduktion entstammten und in neue Zusammen-hänge gesetzt wurden, deren Funktionen auf diese Weise automatisch mit in den Aus-stellungsraum gelangten, wurden die Werke dieser Ausstellung speziell entworfen und gestaltet. Bei ihnen entsteht viel eher der Eindruck, dass ihre funktionale Gestalt den künstlerischen Status als Kunstobjekt verdeckt. Diese Vorgehensweise erlaubt Künstlerinnen und Künstlern von der Subjektivität des Kunstschaffens in den sozialen Raum der fabrikmäßigen Herstellung zu entfliehen. Darüber hinaus bewahren es sich die Kunstwerke frei von der Ökonomie der Bereiche zu sein, denen sie aufgrund ihres Erscheinungsbildes zugeordnet werden können. Da der künstlerische und kritische Zweck einem funktionalen Erscheinungsbild angepasst ist, umgehen sie gleichzeitig auch den Wirtschaftsfaktor von Kunst als Ware – wenngleich nur auf rhetorischer Ebene, denn alle Werke der Ausstellung sind käuflich. In The Given and the Made macht sich unter dem Deckmantel der Funktion ein breites Spektrum unterschiedlicher Formen bemerkbar. Malerei und Fotografie nehmen die bild-nerischen Konventionen von Illustration, Raumausstattung, grafischer Gestaltung, Doku-mentation oder Werbung auf. Skulpturen nehmen das Aussehen von Designerobjekten an, sei es Massenware oder Einzelanfertigung, oder aber sie passen sich wie ganz selbstver-ständlich der Raumarchitektur an. Andere Werke verlassen den geschützten Raum der Kunst und werden nach draußen in die Öffentlichkeit gesetzt. Dort stehen sie als Objekte, die sich ausgeben, als gehörten sie in das Umfeld des Außenraums, anstatt, dass sie dem privile-gierten Status von Kunstwerken in der Form traditioneller öffentlicher Skulpturen zugeordnet werden.

Caroline Käding und Nila Weisser Kuratorinen Kunstverein Freiburg
www.kunstvereinfreiburg.de

Fotografie Marc Doradzillo